Kapitelleiste

Die Artikel weichen an manchen Stellen von der Kapitel-Reihenfolge der »Grundlegung der Psychologie« (kurz: GdP) ab. Um den Bezug zum jeweiligen GdP-Kapitel herzustellen und eine schnelle Orientierung zu bieten, befindet sich in der rechten Spalte eine Kapitelleiste. Darin ist jeweils das GdP-Kapitel mit einer roten Umrandung markiert, in dem sich sich der jeweiligen Artikel gerade inhaltlich bewegt. Die Kapitelleiste ist permanent sichtbar, die rote Umrahmung erscheint aber nur, wenn ein einzelner Artikel angezeigt wird.

Die Kapitelleiste besteht aus drei Spalten, denen die GdP-Kapitel zugeordnet sind:

  • Methode: Kapitel mit methodischen und methodologischen Erklärungen
  • Phylogenese: Kapitel zur phylogenetischen Herausbildung und Differenzierung des Psychischen
  • Gesellschaft: Kapitel zur Entwicklung des Psychischen unter Bedingungen gesamtgesellschaftlicher Vermitteltheit individueller Existenz

Die Kapitelleiste in der rechten Spalte mit einem roten Rahmen als Fokus

Vielleicht sind einige hier verwendete Begriffe nicht auf Anhieb klar. Geduld, sie werden im Verlaufe der Artikel behandelt.

Auffällig an der Kapitel-Struktur ist das »Pendeln« zwischen methodischen Reflexionen und inhaltlichem Fortgang der Argumentation. Hier finden wir ein wichtiges Kennzeichen und Kriterium der wissenschaftlichen Arbeit der Kritischen Psychologie: Die Methode ist nicht vom Gegenstand getrennt und (scheinbar) neutral, sondern sie wird vom Gegenstand bestimmt und macht umgekehrt den Gegenstand erst bestimmbar. Oder in der Sprache der Kritischen Psychologie: Die Methode muss »gegenstandsadäquat« sein.

Für Einsteiger_innen in die GdP ist dieses Vorgehen zunächst ungewohnt, lernen wir doch zumeist, dass es Methoden gibt, die unabhängig vom Gegenstand entwickelt werden, um dann auf jenen angewendet zu werden, der mit der Methode sonst keine inhaltliche Verbindung hat. Die Forderung nach »Neutralität« des Herangehens wird von der Kritischen Psychologie explizit zurückgewiesen (mehr dazu später).

Die regelmäßige Vergewisserung, wo wir in der GdP jeweils gerade »stehen« und wieweit die jeweils bislang genutzte Herangehensweise noch reichen kann, erleichtert nicht gerade den Überblick. Es hat manches Mal den Anschein, als ob das Thema »schon wieder« durchgekaut wird, insbesondere dann, wenn nicht klar geworden ist, dass sich die Perspektive inzwischen geändert hat. Dies wird dadurch noch verschärft, dass an zentraler Stelle ein Wechsel der Analyseebene (rotes Feld, Kap. 5.3) vollzogen wird. Das ist inhaltlich notwendig, weil sich in der Entwicklung des Gegenstands — des Psychischen — ein qualitativer Sprung vollzogen hat, der zu einer Änderung des Entwicklungstyps selbst führt (dazu später mehr).

Damit haben wir es nun nicht nur mit einem Wechsel zwischen methodischer Reflexion und inhaltlicher Analyse zu tun, sondern die inhaltliche Analyse selbst hat zu zwei qualitativ unterschiedlichen analytischen Perspektiven geführt. In den drei ersten Unterkapiteln von Kapitel 6 und 7 wird dieser dreifache Perspektivenwechsel zwei Mal vollzogen — was schon so manche zum GdP-Ausstieg veranlasst hat. Diesen »Zickzack-Weg« werde ich nicht nachvollziehen, sondern die Inhalte strikt logisch-zeitlich darstellen. Ich gehe also chronologisch durch die Entwicklungsgeschichte des Psychischen. Diese Abweichung werde ich noch ausführlicher erläutern, wenn es soweit ist.

Überliefert ist der folgende Satz wissenschaftlicher Kolleg_innen von Klaus Holzkamp: »Kritische Psychologie? Das sind doch die, die ewig im Tier-Mensch-Übergangsfeld herumstochern«. Diese Aussage wirft allerdings ein eher trübes Licht auf jene Kolleg_innen als das damit auch nur ansatzweise erfasst wäre, worum des der Kritischen Psychologie im Allgemeinen und der GdP im Besonderen geht. — Ich hoffe, dass ich mit den einführenden Artikeln ein wenig über diese zentrale Hürde in der GdP-Rezeption hinweg helfen kann.


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