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2. Entstehung des Psychischen

Abb. 3: Die drei Fünfschritte der GdP (Klicken zur Detailansicht)

Im letzten Abschnitt wurde die allgemeine Fassung des methodischen Fünfschritts vorgestellt. Nun gilt es die fünf Schritte auf den jeweiligen Untersuchungsgegenstand anzuwenden. In der GdP geschieht dies drei Mal. Die nebenstehende Abbildung 3 zeigt die drei Fünfschritte.

Der erste Fünfschritt befasst sich mit der Entstehung des Psychischen als qualitativ neuer Funktion des Lebendigen. Im zweiten Fünfschritt geht es um die Ausdifferenzierung des Psychischen. Schwerpunkt ist die Entstehung der Lernfähigkeit und die Bildung von Sozialverbänden. Der dritte Fünfschritt führt zur Entwicklung der gesellschaftlichen Natur des Menschen, womit auch die biotische Evolution als Entwicklungsmotor endet. Damit gelangt auch der Fünfschritt als Analysemethodik für den Gegenstand des Psychischen an seine Grenze.

Keine Angst, dieser kurze, vielleicht noch nicht ganz verständliche Ausblick wird den folgenden Abschnitten ausführlich erklärt. Zunächst geht es um die Herausbildung des Psychischen.

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6 Kommentare

  • […] schon bisher praktiziert. So wurde der Begriff der gesellschaftlichen Natur des Menschen bereits in Kapitel 2 eingeführt, obwohl noch überhaupt nicht klar war, was damit genau gemeint […]

  • Rolf Todesco sagt:

    mir gefällt Deine Seite http://grundlegung.de/ sehr gut.

    Wenn ich eine Frage zur Sache habe, wo kann/sollte ich sie stellen, wenn sie nicht so direkt zu einer Textstelle passt?

    Meine aktuelle Frage ist: Soweit ich sehe, kommt der Ausdruck „Psyche“ nicht vor, es ist immer vom „Psychischen“ die Rede. Was ist der Sinn dieser Sprechweise?

  • StefanMz sagt:

    Danke 🙂

    Ich habe die Rede vom Psychischen aus der GdP übernommen. Sie scheint mir aber auch geeigneter als von »der Psyche« zu sprechen. Zwei Gründe dafür:

    1. Die Psyche klingt nach einer fest umrissenen Realinstanz, wie sie ja auch in der Psychoanalyse gefasst wird (vgl. auch das Instanzenmodell der Psychoanalyse), während die KP eher den analytischen Charakter des Begriffs des Psychischen (Kategorie) und seiner Dimensionen (Emotionalität etc.) hervorhebt. Die Frage ist für die KP, ob es »die Psyche« gibt (und wo sie hockt wäre die unsinnige Folgefrage), sondern was je ich in problematischen Situationen mit den Kategorien erkennen, begreifen und ggf. handelnd überschreiten kann.

    2. Das Psychische ist allgemein gefasst als signalvermittelte Lebenstätigkeit. Das gilt auch schon für einfache Organismen. Auch hier wäre die dingliche Redeweise von »der Psyche« unangemessen. Stattdessen geht es um die funktionalen Qualitäten des Psychischen auf der jeweiligen Stufe der Entwicklung.

    Aber: Ich finde es kein großes Problem, in Bezug auf den Menschen einfach auch von Psyche zu sprechen.

  • Rolf Todesco sagt:

    danke.
    ich verstehe die angegebene Unterscheidung, und lebe jetzt damit, dass sie eben so zum Ausdruck gebracht wird (jeder hat seine je eigene Sprache 😉

    Das Psychische scheint mir auch als eine Verdinglichung/Hypostasierung, in welcher „psychische“ Lebenstätigkeit (wie in Psyche) kurzgefasst wird.
    Meine „Probleme“ haben allesamt damit zu tun, dass ich die Sprache (also nicht das vermeintlich Gemeinte) beobachte.

    So frage ich mich, gegen welche Tätigkeit sich Lebenstätigkeit abgrenzt. Und dann, was Signal in „signalvermittelt“ heissen könnte. (Ich verstehe empathisch auch hier, was gemeint sein soll, nur dieses Meinen des Gemeinten ist mir ein Problem).

    Wenn sich meine Sonnenblume mit ihrer eigenen „Kraft“ der Sonne zuwendet, vollzieht sie nicht eine signalvermittelte Lebenstätigkeit?

  • StefanMz sagt:

    So frage ich mich, gegen welche Tätigkeit sich Lebenstätigkeit abgrenzt.

    Gegen keine. Du hättest auch fragen können, gegen welches Leben sich der Begriff abgrenzt. Auch gegen keines. Es ist eine begriffliche Spezifikation, die aber eine Menge aussagt: Leben ist kein passiver Prozess, sondern ein aktiver, tätiger.

    Wenn sich meine Sonnenblume mit ihrer eigenen „Kraft“ der Sonne zuwendet, vollzieht sie nicht eine signalvermittelte Lebenstätigkeit?

    Nein, nicht im hier diskutierten Sinne, weil bei dem Beispiel keine Vermittlung stattfindet, sondern es handelt sich eine unmittelbare Beziehung von Sonne und Organismus (in der Photosynthese). Signal und Energiequelle sind identisch, während diese Identität bei der Vermittlung aufgebrochen ist.

  • Rolf Todesco sagt:

    ok, danke, ich versuche mich – mit Empathie – an diese Sprache zu gewöhnen 😉

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